Alpro – Bekämpfung von Unterernährung in Entwicklungsländern
Fallstudie
Soziales
Alpro sponsert seit 10 Jahren das VitaGoat-Projekt für die Sojadrinkherstellung ohne Strom oder laufendes Wasser in Afrika und Asien, um Unterernährung zu bekämpfen und die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort zu fördern.

Das Projekt VitaGoat wurde von der kanadischen Non-Profit Organisation Malnutrition Matters 2003 ins Leben gerufen. Sie hat ein von Strom unabhängiges System für die Herstellung von Produkten aus Getreide, Nüssen, Früchten oder Gemüse entwickelt, welches zudem auch für die Sojadrinkherstellung genutzt werden kann. Das Nahrungsmittelverarbeitungssystem benötigt weder Stromversorgung, noch Generatoren oder laufendes Wasser, denn das Mahlen erfolgt durch den Pedalantrieb auf einer Art Fahrrad.

Im ersten Schritt werden zum Beispiel Sojabohnen in einer kleinen Mühle durch die Tretleistung klein gemahlen. Die gemahlenen Sojabohnen werden im zweiten Schritt gemeinsam mit Wasser in einen Kocher gefüllt, der mit vor Ort verfügbaren Brennstoffen wie Holz, anderen Biomassen oder Flaschengas betrieben werden kann. Dies ist entscheidend aufgrund der oft sehr teuren, gar nicht vorhandenen oder unzuverlässigen elektrischen Versorgung in den meisten Entwicklungsländern. Der Kocher funktioniert über Druck – diese Art zu heizen ist 10-mal energieeffizienter als das Befeuern von traditionellen, offenen Öfen. Im dritten Schritt wird die Flüssigkeit gesiebt, so dass ein sehr eiweißhaltiger Sojadrink gewonnen wird und das „Abfallprodukt“, die sogenannte Okara, als Brennstoff oder zur Viehfütterung verwendet werden kann. Auf diese Weise können mit der VitaGoat bis zu 35 Liter Sojadrink pro Tag produziert werden. Durch diese Vorgehensweise können Grundnahrungsmittel schneller als mit traditionellen Methoden wie mit Mörser und Stößel zubereitet werden, so dass Frauen und Mädchen mehr Zeit für andere Aktivitäten einschließlich Bildung haben. VitaGoat ermöglicht Menschen, selbst etwas zu produzieren wodurch auch deren Selbstwertgefühl gesteigert wird. Während der zehn Jahre, in denen das Programm besteht, wurde die Technologie zur Herstellung von Sojadrink immer weiterentwickelt.

Alpro ist seit 2003 Sponsor des Projektes VitaGoat, um in Regionen, die von Hungersnöten bedroht sind, eine Ernährung mit ausreichend Eiweiß sicherzustellen und etwas für die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort zu tun. Hintergrund für dieses Sponsoring ist Philippe Vandemoortele, der Anfang der 1970er Jahre die Idee hatte, Soja als pflanzliche Alternative zur Milch zu verwenden. Sein Traum war es, damit die Ernährung in der Dritten Welt zu sichern. Durch die Unterstützung des Projektes kann Alpro helfen, einen Teil seines Plans zu realisieren. Seit dem Start des Sponsorings wurden bereits 240 Geräte installiert. Alpro unterstützt das gesamte Projekt und durch diese Hilfe können NGOs die Gerätschaften zu günstigeren Preisen kaufen. Mit dem Geld werden beispielsweise das Projekt-Management und die Entwicklung neuer Maschinen finanziert. Durch das VitaGoat-Programm hat sich bereits viel verändert: die Todesrate von Kindern die in der Nähe einer Missions-Station mit VitaGoats leben, ist durch das saubere Wasser und die bessere Ernährung durch Sojadrink und Okara deutlich zurückgegangen.