Von Gambia nach Geislingen: Ebrima Saydi absolviert bei der WMF eine Ausbildung

Für viele Flüchtlinge bietet die Situation in ihrem Heimatland keine Perspektiven – und häufig auch keinen Weg zu einer beruflichen Ausbildung. Ebrima Saydi als Auszubildender bei der WMF.

Seit September 2017 gehört er fest zum Team des Betriebsrestaurants: Ebrima Saydi bewegt sich in der Küche bereits so sicher, als würde er dort schon jahrelang ein- und ausgehen. Tatsächlich begann sein Kontakt mit der WMF Group schon 2016. „Wir haben für ihn, wie auch für weitere Flüchtlinge, die Möglichkeit einer Einstiegsqualifikation geschaffen“, erläutert Karl Grözinger, Leiter der Ausbildung. Dabei kommen die Teilnehmer wie Saydi, neben dem Besuch von Deutschkursen, auch regelmäßig in den Betrieb, um – ähnlich einem Praktikum – einen Einblick in das Unternehmen zu erhalten.

Erster Kontakt durch Einstiegsqualifikation
„Wir konnten uns durch die Einstiegsqualifikation so schon im Vorfeld kennenlernen und sehen, ob eine Ausbildung bei uns das richtige für ihn ist“, so Grözinger weiter. Zu diesem Zeitpunkt war Ebrima Saydi noch minderjährig, was eine enge Abstimmung mit dem Jugendamt, der Agentur für Arbeit und weiteren Behörden nötig machte. Da Saydi ohne Familie von Gambia über Italien bis schließlich nach Deutschland reiste, war er hier von Anfang an auf sich allein gestellt. „Mit geballter Unterstützung konnten wir den Ausbildungsplatz im Betriebsrestaurant ermöglichen“, freut sich Grözinger.

„Ein echter Gewinn für uns“
„Zum ersten Mal bilden wir bei uns einen richtigen Koch aus“, sagt Peter Manca, Küchenchef und Ausbilder im Betriebsrestaurant in Geislingen. „Die Ausbildung ist in Deutschland sehr anspruchsvoll. Neben dem praktischen Können wird auch jede Menge theoretisches Wissen abgefragt“, so Manca weiter. „Hier stoße ich mit meinen Deutschkenntnissen manchmal an meine Grenzen. Worte wie ‚Malzzucker‘, ‚Kohlenhydrate‘ oder ‚Laktose‘ muss ich erst einmal nachschlagen“, ergänzt Saydi, der schon fließend Deutsch spricht. „Ebrima hat sich prima ins Team integriert und ist ein echter Gewinn für uns“, betont Manca. Besondere Unterstützung bekommt er von der Ausbildungsleitung in der Berufsschule, um hier von Anfang an möglichen Schwierigkeiten vorzubeugen.

Leidenschaft fürs Kochen
Obwohl Ebrima Saydis Plan ursprünglich war, Lehrer oder Journalist zu werden, gehört auch das Kochen zu den Leidenschaften des 18-Jährigen, der schon bei seiner Familie häufig diese Aufgabe übernahm. In der Wohngemeinschaft, wo er mit drei weiteren Flüchtlingen aus Gambia lebt, steht er ebenfalls oft am Herd: „In meiner Heimat wird sehr viel Reis gegessen. Seitdem ich hier bin, bereite ich auch vieles mit Kartoffeln zu, und natürlich mit Spätzle!“

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